Programmieren mit Lernroboter



Programmieren lernen und Lernroboter passen anscheinend gut zusammen. Ich war selber überrascht, wie viele Roboter im Bereich Programmierung in diesem Blog zu finden sind und habe davor nicht darüber nachgedacht. Auf dem Screen ist es ja einfach, man schreibt oder steckt zusammen (wie in der Block-Programmierung siehe im Blog) etwas Code und lässt ihn ausführen. Das wäre ScratchJr beispielweise. Ist aber mit viel Bildschirmzeit verbunden. Ohne Screen braucht man etwas Anderes, was die Schritte ausführt. Es gibt Brettspiele, wie z.B. Robot Turtles. Da sollte theoretisch ein Erwachsener oder ein anderes Kind die Schritte dann ausführen. Es ist nicht ganz so einfach einzurichten. Nicht immer hat jemand Zeit und Lust das mitzumachen. Wenn ein Roboter die Aufgabe übernimmt, haben alle gewonnen. Die Eltern haben erstmal frei. Die Kinder sehen eigenen Code im großen Stil ausgeführt. Da sind wir schon bei dem nächsten Vorteil. Es ist spektakulär und sehr greifbar.

Im Grunde sprechen Kinder dabei schon mit einer Maschine, was der Sinn von Programmierung ja auch ist. Sie wird die Befehle nicht gutmütig interpretieren, sondern läuft auch kaltblütig gegen die Wand, wortwörtlich. Sie gibt ein direktes und ehrliches Feedback, wie der Code wirklich geworden ist. Das Kind muss sich eine Aufgabe überlegen, die Ausführung planen, umsetzen, testen und korrigieren. Es sind also logisches Denken und einige Programmierkompetenzen, die hier geübt werden. Und gleich nebenbei werden spielerisch die Grundlagen der Robotik erlernt!

Die konkreten Spielideen können sehr unterschiedlich sein, je nach Fähigkeiten der Roboter und Interessen des Kindes, aber grundsätzlich gibt es hier ein paar Richtungen, in die man sich etwas überlegen kann:
- • Fahrstrecken: Labyrinthe basteln, Tunnel, Fahrbahn, Rennstrecken, Kreuzungen und diese natürlich befahren lassen
- • Multiplayer Modus auch denkbar: Rennwettbewerb mit mehreren Robotern bzw. mehreren Kindern
- • mit Extras: je nach Ausstattung und Fähigkeiten der Roboter kann man sie etwas bauen lassen oder malen. Die meisten könnten zumindest leichte Bauteile, z.B. Duplo-Steine verschieben oder an einer Leine hinterher ziehen
- • Spiele mit der Sprachaufnahme: Gespräche führen oder Interviews machen, Quiz
- • mit Musik: Tanzchoreografie
- • Rollenspiele: Roboter verkleiden und Szenarios überlegen, z.B. Catwalks, kleine Theaterstücke, Bühnenauftritte, Roboter mit Kuscheltieren spazieren lassen, hier sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt
- • mit App-Unterstützung: viele Apps führen die Kinder durch verschiedene Herausforderungen
Bei der Wahl des Lernroboters können noch viele andere Faktoren berücksichtigt werden. Etwas Niedliches für die Kleineren. Lärmtoleranz der Eltern. Passende Bedienung dem Alter entsprechend. Steuerung auf dem Roboter selbst (wie bei der Roboter-Biene für die jüngsten Programmierer), mit Zeichnungen (wie bei Ozobot), mit Fernbedienung (wie bei Powerman Junior) oder über eine App (z.B. Sphero oder Dash mit einer Menge Funktionen über die App-Steuerung). Bei dem letzten ist das Angebot natürlich umfangreich und die Komplexität erweiterbar, aber wir sind wieder bei der Bildschirmzeit angekommen. Die Qual der Wahl.